ISLE OF SKYE

ISLE OF SKYE

5. April 2020 3 Von PMJAdmin

Die Isle of Skye sollte definitiv bei jedem Schottlandreisenden auf dem Programm stehen. Skye ist die größte Insel der Inneren Hebriden und ein wirklich magischer Ort. Auf der Isle of Skye liegen einige der bekanntesten schottischen Landschaften. Woher der Name kommt ist nicht ganz klar, auf gälisch jedenfalls heißt die Insel auch “An t-Eilean Sgitheanach”.

Skye

Durch eine Brücke ist Skye mit der Nordwestküste von Schottland verbunden, von Mallaig aus kann man aber auch die Autofähre nehmen. Für die Fähre sollte man sich unbedingt die Tickets vorher am besten online besorgen. Zu entdecken gibt es mittelalterliche Burgen in zerklüfteter Landschaft, malerische Fischerdörfer, wunderschöne Lochs und ganz viel Berge und Meer.

Skye

Das Städtchen Portree ist ein guter Ausgangspunkt um die Insel zu erkunden.

Portree

Portree ist eigentlich auch die einzige richtige Stadt auf Skye, die diesen Namen auch verdient. 

Portree
Portree

Mit ca. 2.500 Einwohnern ist es zwar immer noch eine sehr kleine Stadt, allerdings ist Portree auch das Zentrum für die Touristen. In Portree findet man alles was man braucht, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und am Hafen einige idyllisch gelegene Pubs. Im Zentrum von Portree ist der Somerled Square, hier gibt es viele Restaurants und Pubs, ein wirklich sehr hübscher Platz.

Portree

Läuft man ein bisschen durch diesen wunderschönen Ort findet man überall wirklich tolle Aussichten aufs Meer oder den Fischerhafen.

Loch Coruisk / Elgol

Unser erster Ausflug auf der Isle of Skye war eine Fahrt zum Loch Coruisk. 

Der Loch Cruisk ist ein traumhafter See zwischen hohen und schroffen Bergen, den Cuillins. Es gibt keine Straße zu diesem wundervollen Ort, es ist ein echt entlegenes Fleckchen Erde.  Die Cuillins schirmen das Tal nach allen Richtungen ab. Man kommt zum Loch Cruisk am besten mit dem Boot. Von Elgol aus werden diverse Bootsausflüge angeboten. 

Skye
Elgol

Schon alleine die Fahrt zum Loch Coruisk ist wirklich ein Erlebnis. Auf dem Weg dorthin liegen auf kleinen Steininseln viele Seehunde. Es ist sehr lustig die Freunde zu beobachten, die faul in der Sonne liegen oder sich elegant ins Wasser gleiten lassen. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten. 

Cruisk
Seehunde auf dem Weg zum Loch Coruisk
http://mistyisleboattrips.co.uk/about-misty-isle-boat-trips/loch-coruisk-boat-trips-elgol/

Vom Loch Coruisk aus fließt der kürzeste Fluss Großbritanniens zum Loch Scavaig. Der Fluss ist nur ca. 300 Meter lang und muss auf dem Weg zum Loch Coruisk ein Paar mal überquert werden. 

Keine Sorge, der Fluss ist nicht an jeder Stelle so breit : )

Vom Boot aus geht man also immer den kleinen Fluss entlang und nach einem kurzen Spaziergang kann man ihn schon sehen, den Loch Coruisk. Wie ein dunkler Spiegel liegt der See zwischen den Bergen. 

Hier kann man nun verschiedene Wanderungen oder auch nur kurze Spaziergänge machen.

Die Landschaft ist wirklich einmalig. Wir sind ein Stück um den See gewandert und dann hoch hinauf auf einen Felsen.

Skye
Loch Coruisk

…genau so hatte ich mir Schottland immer vorgestellt…

Auch wenn es inzwischen ein viel besuchter Ort ist verteilen sich die Besucher am Loch Coruisk sehr gut. 

Einen Ausflug zu diesem wirklich wundervollen Ort kann ich nur empfehlen.

Old Man of Storr

Denkt man an Skye, denkt man auch unweigerlich an wandern. Eine der wohl bekanntesten Touren ist die zum Old Man of Storr. Man findet vom Old Man of Storr, der bekanntesten Felsnadel Schottlands unfassbar viele Bilder im Internet.

Der Ausgangspunkt zum Old Man of Storr ist etwa eine 20 minütige Fahrt von Portree entfernt. Der Parkplatz ist direkt an der Straße bzw. kann man auch direkt neben der Straße parken.

Der Old man of Storr ist eine Felsformation mit einer phantastischen Landschaft im Hintergrund.

Storr
Das Ziel liegt irgendwo im Nebel

Man geht durch ein kleines Tor und schon ist man auf dem richtigen Weg. Der Weg ist in 3 Teile aufgeteilt, der erste Teil führt über einen breiten Kiesweg stetig bergauf, dieser Weg wird schmaler und geht dann direkt in den zweiten Teil über. Vor dem dritten Teil der Strecke geht man durch ein weiteres Tor und dann wird es anstrengend und kräftezehrend. Auch der eigentliche Weg ist hier nur noch zu erahnen. Hier am Schluss geht es richtig steil bergauf über Wiesen und selbstgetretene Steiglöcher. Das letzte Stück ist definitiv eine Herausforderung. 

Storr
Der Weg wird immer schmaler und steiniger

Der Trail ist insgesamt zwar nur 2,5 km lang aber es sind 335 Höhenmeter zu überwinden.

Normalerweise hat man immer das Ziel vor Augen, bei unserer Wanderung war allerdings so viel Nebel, dass wir quasi direkt vor der riesigen Felsnadel standen und erst mal nichts gesehen haben. Allerdings war die Stimmung im Nebel wirklich einzigartig, es muss eben nicht immer Sonnenschein sein. Direkt vor diesem riesen Hinkelstein kommt man sich wirklich sehr klein vor, immerhin misst dieser ganze 48 Meter. 

Old man storr
Old Man of Storr

Als der Nebel (kurz) weg war konnten wir auch die phantastische Aussicht auf die Storr Lochs genießen und natürlich auf den Giganten direkt vor uns. 

Skye

Auch wenn es etwas anstrengend ist, lohnt sich der Weg definitiv.

Storr skye

Die Wanderung nach oben dauert ca. eine Stunde, hat es aber definitiv in sich. Für den Rückweg braucht man fast genauso lange, da man echt aufpassen muss wo man hintritt. Es ist sinnvoll auf jeden Fall daran zu denken 1-2 trockene T-Shirts einzupacken, denn ins schwitzen kommt man garantiert und oben pfeift ein ziemlich kalter Wind.

Kilt Rock/Mealt Falls

Mealt falls
Kilt Rock mit Mealt Fall

In der gleichen Ecke wie der Old Man of Storr befinden sich auch die gewaltigen Klippen „Kilt Rock“. Da die Klippen ein wirklich ungewöhnliches Muster haben, welches an das Muster eines schottischen Kilts erinnert, wissen wir jetzt auch woher der Name kommt. Die Kilt Rock Klippen sind über 55 Meter hoch und man sollte schon ein wenig schwindelfrei sein an dieser Steilklippe. An genau dieser Klippe stürzt auch der Mealt Fall in die Tiefe. Der Mealt Fall ist der Abfluss des Loch Mealt. Sehr selten schafft es das Wasser bis ganz nach unten in den Ozean. Meistens wird das nach unten stürzende Wasser vom Wind verweht. Man sollte dieser markanten Küstenlinie unbedingt einen Besuch abstatten, der Blick ist unglaublich. 

Kilt Rock
Kilt Rock

Es gibt hier einen Parkplatz direkt an einer Plattform von welcher aus man den Wasserfall sehen kann.  Egal in welche Richtung man blickt es ist wirklich unfassbar schön, auf der einen Seite der Wasserfall, auf der andere Seite die wunderschönen Klippen, so muss Schottland sein.

Fairy Pools

Die Fairy Pools dürfen bei einer Reise auf die Isle of Skye keinesfalls fehlen. Alleine schon als ich den Namen gehört habe war mir klar, dass ich da hin muss.

Die Fairy Pools sind wirklich wie für kleine Elfen gemacht, es sind kleine Becken unterhalb des Black Cuillin Bergmassivs. 

Fairy Pool

Das Wasser ist glasklar und überall wo man hinsieht sind kleine Mini-Wasserfälle. Es ist eine wirklich schöne Umgebung mit einem ganz großen ABER, hier wimmelt es nur so von Mücken. Darf ich vorstellen: the Midges. Diese hinterhältigen Biester sind hier überall, also auf keinen Fall Mückenspray vergessen, dann kann man diesen fabelhaften Ort auch richtig genießen.

Skye

Von Portree braucht man mit dem Auto eine gute halbe Stunde, wobei das letzte Stück über eine sehr abenteuerliche Straße führt, …und das alles auf der falschen Seite 

Dunvegan Castle

Dunvegan Castle ist erbaut auf einem Felsen an einem idyllischen See.

Dunvegan skye

Die Burg ist Stammsitz des schottischen Clans der MacLeods (ja, die gibt es wirklich) und ist seit mehr als 800 bewohnt, damit ist es das am längsten bewohnte Schloss von ganz Schottland. Es wurde zwar öfter massiv umgebaut, wirkt aber mit seinen dicken mauern immer noch wirklich einschüchternd. Dank der üppigen Parkanlage mit  Wasserfällen, Gewächshaus und einem Seerosenbecken wirkt alles gleich viel freundlicher. Der Clan der MacLeods mit dem charakteristischen schwarz-gelb-roten Tartanmuster wurde durch den Film Highlander weltbekannt, was nur wenige wissen, auch eine andere sehr bekannte Person ist verwandt mit den MacLeods. US-Präsident Donald Trump gehört durch seine Mutter Mary Anne MacLeod Trump ebenfalls zum Clan. Allerdings hört das hier niemand gerne und es wird nicht an die große Glocke gehängt. 

Dunvegan Castle

Die Macleods wohnen seit über 800 Jahren bis heute in diesen Gemäuern. Das Schloss und der Garten sind zu besichtigen und so kann man an Ahnengalerien, Rundgänge durchs Schloss und die Gärten die Geschichte des Clans lebendig werden lassen.

Über eine so lange Zeit haben sich natürlich viele interessante Erinnerungsstücke angesammelt. Am wertvollsten ist den MacLeods aber ihre „Fairy-Flag“. Die Flagge ist deutlich älter als die Burg selbst und soll angeblich den MacLeods von Elfen geschenkt worden sein um ihre Familie zu beschützen. Die Falgge ist gut behütet hinter einen dicken Glasscheibe und ist heute (mögen alle MasLeods mir vergeben) nicht mehr als ein vergilbter dünner Fetzen aus Seide.

Es ist wirklich beeindruckend durch diese tollen Räume zu gehen, es gibt riesige Gemälde und auch wenn man sich nicht sonderlich für alte Sachen interessiert wird man hier gut unterhalten. Irgendwie kann man sich richtig vorstellen, wie der Clan Chef hier früher gelebt haben muss.

Aber nicht nur im Inneren hat Dunvegan Castle einiges zu bieten, man sollte sich auf keinen Fall die Gärten entgehen lassen. Wie schon erwähnt, es gibt Wasserfälle, Teiche mit Seeerosen und unglaublich viele bunte Blumen. Für viele ist wahrscheinlich der Garten das eigentliche Highlight, aber leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter 

Dunvegan

Es war trotzdem wunderschön…die Gärten mit den alten Gewächshäusern, die Landschaft und das Schloss. Definitiv einen Besuch wert.

Coral Beach bei Claigan

Ganz in der Nähe des Dunvegan Castle gibt es noch etwas ganz Besonderes zu entdecken. Mal ehrlich, wenn man an Schottland oder auch die Isle of Skye denkt, denkt man eigentlich an steile Klippen und hohe Berge aber nicht an weiße Strände und türkisblaues Wasser, oder? Aber genau so einen Strand gibt es, den Coral Beach bei Claigan. Claigan ist nur ein paar Kilometer von Dunvegan Castle entfernt und über eine „romantische“ einspurige Straße zu erreichen, hier sollte man wegen des doch recht hohen Schafaufkommens etwas langsamer fahren. Am Ende der Straße ist ein Parkplatz. Von hier aus muss man dann den restlichen Weg bis zum Strand zu Fuß zurück legen.

Skye

Eines vorweg, der Strand heißt ja Coral Beach. Wenn man sich den Sand genauer ansieht, sieht dieser aus als würde er aus vielen kleinen Korallenstückchen bestehen. Tatsächlich hat man erst geglaubt dass es Korallenstückchen sind, inzwischen weiß man aber, dass es nur die weißen, verzweigten Stücke von gebleichten und getrockneten fossilen Algen sind.

Skye

Der Schönheit diesen Strandes schadet das aber überhaupt nicht.

Sehr idyllisch und auch einig abenteuerlich ist der Weg zum Strand. Man läuft ungefähr 30-40 Minuten durch ein geschütztes Naturgebiet über grüne Wiesen mit jeder Menge Blumen. Vorbei an freilaufenden Kühen über einen kleinen Bach, dann noch einen Hügel hoch und schon sieht man den Strand vor sich liegen. Der weiße Strand liegt wie ein Bogen zwischen der grünen Graslandschaft und dem Ozean. Der erste Blick ist wirklich phantastisch.

Am Strand kann man dann den außergewöhnlichen Sand begutachten, Muscheln sammeln und spazieren gehen. Es ist wirklich ein magischer Ort. 

Wie ihr seht ist die Isle of Skye eine wunderschöne und abwechslungsreiche Insel. Skye hat mich nur in einem Punkt etwas enttäuscht: in Sachen Hochlandrind. Auf der Isle of Skye habe ich kein einziges von diesen zotteligen Tierchen gesehen obwohl ich wirklich immer die Augen offen gehalten habe.

SKYE
Leider kein Hochlandrind

Die Isle of Skye war ein perfekter Anfang für unseren Schottland-Highlands Roadtrip. Direkt von der Isle of Skye ging es weiter auf Lewis & Harris, Summer Isles und später dann noch auf die Orkney Islands und nach Inverness.

Wenn Ihr Lust auf Steinkreise (Outlander lässt grüßen), einsame Orte, schöne Schlösser und noch mehr Abenteuer habt dann folgt mir doch auf Facebook, Pinterest  oder Instagram. Mein Bericht über die weitere Reise auf die äußeren Hebriden, durch die Highlands bis hin zu den Orkney Islands und zurück nach Inverness findet Ihr hier auf meiner Homepage…außerdem werdet ihr erfahren ob es mit dem zotteligen schottischen Hochlandrind doch noch geklappt hat.