Rom – Geschichte, Kultur und La Dolce Vita

Rom – Geschichte, Kultur und La Dolce Vita

28. August 2019 0 Von PMJAdmin

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Rom – denkt man an Rom, denkt man an la dolce vita, an viele Filmszenen und an die Ewige Stadt voller Kultur, Kirche und Geschichte.

Mein erstes Mal in Rom war ein eintägiger Abstecher während einer Mittelmeerkreuzfahrt. Ein Tag in Rom ist zwar beeindruckend aber natürlich viel zu kurz. Nachdem ich staunend vor dem Petersdom und dem Kolosseum stand war mir klar, hier muss ich nochmal hin.

Rom, was kann man zu Rom noch schreiben, was nicht in vielen anderen Berichten schon erzählt wurde? Ich würde Euch einfach gerne mit auf meine Reise nehmen und meine Erfahrungen und schönsten Momente mit Euch teilen.

Spaziergang durch das alte Rom

An unserem ersten Tag haben wir uns direkt für einen kleinen Spaziergang entschieden.

Dieser Spaziergang führte uns von der Spanischen Treppe vorbei am Trevi Brunnen über den Piazza Venezia vorbei am Forum Romanum bis zum Kolosseum. Dann noch um den Palatin quer über den Circus Maximus an den Tiber zu einem sehr hübschen kleinen Kaffee / Restaurant.

http://tiberinoroma.it/en

Alles in allem sind das ca 4,5 km in denen man einen tollen ersten Eindruck bekommt. Hier der der Weg, wenn Ihr Lust habt den mal abzulaufen.

https://goo.gl/maps/cxZTZva7PtmqmaPY8)

Spanische Treppe und Fontana di Trevi

Am Hotel gestartet waren wir nach ca 5 Minuten oberhalb der Spanische Treppe angekommen. Tagsüber ist hier wahnsinnig viel los. Es ist ein Hindernislauf um die Treppen hinunter zu kommen.

Die menschenleere Spanische Treppe

Durch das Getümmel vorbei an sämtlichen Designer Boutiquen haben wir uns dann Richtung Trevi Brunnen aufgemacht. Hier waren die Menschenmassen und das Gedrängel fast noch schlimmer. Man wurde quasi am Brunnen vorbei geschleust.

Fontana di Trevi

Übrigens, wusstet Ihr wie das mit den Münzen in den Trevi-Brunnen werfen wirklich ist?

Eine Legende besagt, wirfst Du eine Münze mit der linken Hand über Deine rechte Schulter (ganz wichtig!) wirst Du nach Rom zurückkehren. Wirfst Du eine zweite Münze über die rechte Schulter dann wirst Du Dich in einen Italiener oder eine Italienerin verlieben. Wenn Du dann noch eine dritte Münze wirfst wirst Du Deinen Liebsten, Deine Liebste heiraten.

Nachdem viele Rombesucher zurückkommen möchten, oder sich einen Italiener / eine Italienerin verlieben möchte kommen so stattlich 1,5 Million Euro pro Jahr zusammen.

Tipp:

Überwindet Euren inneren Schweinehund und stellt Euch den Wecker auf 5-6 Uhr. Macht dann nochmal die Runde Spanische Treppe und Trevi-Brunnen und Ihr werdet sehen, es lohnt sich. Es ist menschenleer und die Stimmung bei Sonnenaufgang ist atemberaubend.

Ich verspreche Euch, ohne die tausend Menschen sehen die Spanische Treppe und der Trevi Brunnen ganz anders aus.

Die Treppe ist am frühen Morgen auch ein beliebtes Motiv für Brautpaare.

Hier ein Vergleich, oben zur Mittagszeit und unten Morgens 🙂

Es ist wirklich interessant was man alles entdeckt wenn man den Brunnen mal länger ansieht. Und mal ehrlich, das mit dem Münzenwerfen ist auch gleich viel romantischer wenn man quasi alleine vor dem Brunnen steht.

Forum Romanum/ Palatin

Bei meinem ersten Kurzbesuch hat mich das Forum Romanum bzw. der Palatin bei wenig beeindruckt. Klar es ist sehr sehr alt und es ist einfach Wahnsinn was die alten Römer damals geschaffen haben, aber vor meinen Augen waren da nur ein paar Säulen und Steinbrocken.

Das war mein erster Eindruck, der sich dann aber schlagartig bei meinem zweiten Besuch verbunden mit einer privaten Führung geändert hat.

Vor unserer Reise buchten wir über romamirablia unsere privaten Touren. Schon in der Besprechung unserer Touren wurde mir klar, dass wir hier eine komplett individuelle auf unsere Wünsche und Fragen abgestimmte Tour bekommen.

Unsere erste Tour starteten wir (ein totaler Geschichtsfreak und ich) mit einen Aufstieg auf den Palatin. Durch unsere Reiseleiterin und die vielen Ausführungen und Veranschaulichungen wurde für mich das Leben am Palatin neu erweckt. Wo ich erst nur dicke Mauern und merkwürdige Muster sah entstanden vor meinen Augen gigantische Paläste.

Als wir dann von oben über das Forum Romanum geblickt haben war ich fast ein wenig sprachlos. Endlich konnte ich mir vorstellen, wie prachtvoll einst alles gewesen sein muss.

Wir stiegen dann hinab und haben auch im Forum Romanum noch viele wundervolle Geschichten über das alte Rom, den Senat, die Stelle an der die Leiche von Julius Cäsar verbrannt worden sein soll, das Haus der Vestalinnen und vieles mehr gehört.

Cicero, Cato und Julius Cäsar erwachten zum Leben und wir konnten uns plastisch vorstellen, wie es dort zuging.

Auf einmal waren es nicht mehr einfach nur wahllos dahingestellte Säulen und Steine die ich gesehen habe. Interessant auch folgender Link (hier wird der Ausbau des Forum Romanum über die Jahrhunderte digital nachgebildet) http://www.digitales-forum-romanum.de

TIPP:

Auch wenn es vielleicht ein wenig mehr kostet, aber sucht Euch einen guten Reiseführer, es lohnt sich wirklich.

Kolosseum

Gleich neben dem Forum Romanum findet man das nächste Highlight, eigentlich sogar das Wahrzeichen von Rom, das Kolosseum.

Es gibt auf der ganzen Welt wohl kaum ein anderes Amphitheater welches eine so blutige Vergangenheit hat. Im Laufe der „aktiven“ Zeit, (immerhin 450 Jahre) also zur Zeit von Brot und Spiele haben hier ca. eine halbe Million Menschen und Millionen von Tieren den Tod gefunden.

Besichtigt man das Innere des Kolosseums fragt man sich wahrscheinlich erst mal wie hier Spiele stattfinden konnten. Was heute zu sehen ist, ist das unterirdische Tunnelsystem. Dieses Tunnelsystem verband die Trainingsräume der Gladiatoren, Tierkäfige, Lagerräume und Kerker miteinander. Damals war auf diesen Tunneln ein Holzboden, der mit Sand bedeckt war. Von hier aus konnten durch Klapptüren die Tiere oder Kämpfer direkt in die Arena gezaubert werden.

Wusstet Ihr dass, es aus der damaligen Zeit immer noch lebende Überreste gibt? In der Arena wachsen inzwischen über 300 verschieden Pflanzen teils exotischen Ursprungs. Wahrscheinlich kamen die Samen damals mit den wilden Tieren, welche damals aus der ganzen bekannten Welt stammen, in die Arena.

Durch ein Erdbeben wurde das Kolosseum teilweise zerstört und später als Steinbruch benutzt. Die großen Marmortafeln die zum Beispiel die Außenseite des Kolosseums zierten finden sich jetzt wieder im Petersdom oder im Palazzo Barberini.

Piazza Venezia / Monumento Vittorio Emanuele II

Das monströse Monumento Vittorio Emanuele II ist auf dem Weg zum Forum bzw. Kolosseum kaum zu übersehen. Das bei den Römern nicht wirklich beliebte Bauwerk wird umgangssprachlich als „Schreibmaschine“ betitelt.

Das Monument ist wirklich gigantisch und wenn man am unteren Rand der ganzen Stufen steht kommt man sich schon ein wenig zwergenartig vor.

Auf den Stufen ist immer jede Menge los. Geht man die Stufen ganz hoch kann man auf der Rückseite des Gebäudes mit dem Aufzug nach oben auf das Dach der Schreibmaschine fahren. Komischerweise sind hier gar nicht mehr so viele Leute. Trotz des saftigen Preises von ca. 10 Euro würde ich Euch empfehlen da hoch zu fahren. Der Ausblick von dieser Dachterrasse ist sensationell. Auf einem Blick liegen einem sämtliche Sehenswürdigkeiten Roms zu Füßen.

Circus Maximus

Von der einst größten Wagenrennbahn des antiken Roms, ist heute nur noch ein leeres Feld übrig. Schaut man vom Palatin aus in die entgegengesetzte Richtung des Forum Romanum kann man die ursprüngliche Größe gut erahnen. In der Mitte des Platzes ist eine kleine Aufschüttung welche die Trennwand (die Spina) von einst darstellen soll, der große Baum soll den Standort des Obelisken markieren. Zu den besten Zeiten haben hier 250.000 Besucher Platz gefunden.

Auch hier wurden später zum Beispiel die marmornen Sitzbänke für den Bau vom Petersdom und anderen Gebäuden zweckentfremdet.

Was genau noch alles unter dem Rasen verborgen liegt weiß man nicht so genau. Es finden bis heute immer wieder Ausgrabungen statt.

Engelsburg

Für mich hat seit dem Film Illuminati die Engelsburg irgendwas Bedrohliches an sich. Also ist es an der Zeit das zu ändern.

Der wohl schönste Weg zur Engelsburg ist über die Ponte Sant´ Angelo. Wie der Name schon sagt ist die Brücke gesäumt von überdimensional großen Engeln.

Ursprünglich wurde die Burg als Mausoleum für Kaiser Hadrian erbaut. Nach und nach wurde die Burg zur Festung Roms ausgebaut. Die Burg hat einiges hinter sich, war sie Zufluchts- und Aufenthaltsort von Päpsten (es gibt tatsächlich einen Geheimgang in den Vatikan) sowie Gefängnis und Folterkammer.

Den Namen Engelsburg hat die Burg weil angeblich dem Papst Gregor I. der Erzengel Gabriel mit gesenktem Schwert direkt über der Burg erschien und Rom danach von der Pest befreit war.

Eine Besichtigung der Burg ist ebenso abwechslungsreich wie die Geschichte der Burg selbst. Von spektakulär verzierten Sälen über alte Kerker und Lagerräume für Weizen und Öl gelangt man zur prunkvoll ausgestatteten ehemaligen Pabstresidenz sowie der päpstlichen Schatzkammer. Das Mausoleum des Kaisers Hadrian und seiner Familie kann natürlich auch besichtigt werden.

Allerdings das aller Beste an der Burg ist die atemberaubende Aussicht auf den Petersdom.

Vatikan und Petersdom

Mitten in Rom liegt der kleinste Staat der Welt, der Vatikan. Der Vatikan ist das Zentrum der katholischen Kirche.

Läuft man über den Petersplatz auf den Petersdom zu, kommt einem alles ziemlich bekannt vor. Kein Wunder denn jeder hat den Petersplatz schon im Fernseher in zahlreichen Filmen gesehen.  Seit Generationen hält hier der Papst wichtige Messen vor einem Meer von Gläubigen.

Wie groß der Platz allerdings wirklich ist und wie mächtig und hoch die 248 Säulen rund um den Platz sind wird einem erst bewusst wenn man mitten drin steht.  Man muss sich mal vorstellen, dass die 140 Heiligenstatuen, die oben auf der Kolonnade stehen über 3 Meter hoch sind. Und von unten sehen Sie einfach mini aus.

Beeindruckt von den Ausmaßen des Platzes wenden wir uns dann dem Petersdom zu. Der Petersdom ist eine Kirche der Superlative, eine der größten Kirchen der Welt. Der Bau alleine dauerte 120 Jahre.

Aber geht rein und seht selbst. Es gibt so viel zu entdecken und zu sehen, unter anderem den prunkvollen Taufbrunnen, die Statue des heiligen Petrus und die Papstgrabmäler.

Die Grabmäler befinden sich in einer Krypta unterhalb des Petersdoms. Insgesamt 23 Päpste liegen hier begraben.

TIPP:

Auch wenn es mit Anstrengung und Wartezeit verbunden ist, es lohnt sich die 551 Stufen bis zur Kuppel des Peterdoms zu gehen. 

Ein bisschen fit sollte man sein außerdem ist es von Vorteil wenn man keine Platzangst hat. Die zweite Hälfte des Aufstiegs geht in den Innenwänden des Doms entlang und wird von Stufe zu Stufe schräger.

Die erste Aussichtsplattform befindet sich im Inneren der Kuppel. Sieht man von hier runter werden einem die gewaltigen Dimension dieses Bauwerks bewußt.

Ganz oben auf der Kuppel angekommen wird man mit einem mehr als phantastischen Ausblick belohnt.

Übrigens:

Der Vatikanstaat bricht übrigens einige Rekorde. Es sind zum Beispiel 100% der Einwohner des VatikanstaatsKatholiken, des Weiteren hat der Vatikanstaat die höchste Kriminalitätsrate der Welt. Was? Ja, denn die Kriminalitätsrate wird auf die Einwohner des jeweiligen Staates hochgerechnet. Es fallen da dann ein paar Handtaschen-Diebstähle bei den vielen Touristen schon ziemlich ins Gewicht.

Vatikanische Museen und Sixtinische Kapelle

Die Vatikanischen Museen sind unbeschreiblich,…unbeschreiblich groß, unbeschreiblich unübersichtlich und einfach unbeschreiblich beeindruckend.

Wir haben uns für eine geführte Tour entschieden und das war auch gut so. Wir haben vorher gesagt, was wir alles gerne sehen würden und so hatten wir einen wirklich tollen Vormittag.

Alleine schon das Gebäude und die Gärten sind der Wahnsinn.

Die Sammlung ist wohl die größte der Welt. Am beeindruckensten fand ich persönlich die Skulpturensammlung, die Stanzen des Raffaels und die Galerie der Landkarten.

Ein Highlight ist natürlich die Sixtinische Kapelle. Auch hier hat es sich ausgezahlt einen Guide zu haben. Wir wurden auf unglaublich viele Kleinigkeiten aufmerksam gemacht die man normalerweise so nicht sieht.

TIPP:

Die Sixtinische Kapelle ist  die letzte Station der Museen. Wenn Ihr nach dem Museumsbesuch in den Petersdom gehen wollt dann habe ich hier einen kleinen Tipp für Euch. Folgt den Schildern mit EXIT und geht nicht links aus der Kapelle raus. Nehmt Ihr den rechten Ausgang kommt Ihr direkt in den Petersdom. Ihr müsst Euch nur zu einer Gruppe gesellen. Der Ausgang rechts ist eigentlich nur für geführte Gruppen, also kurz einer Gruppe anschließen und schon hat man sich die Schlange vor dem Dom gespart.

Ostia Antica

Die Ausgrabungen der Hafenstadt Ostia Antica sind ca. 30 Kilometer ausserhalb von Rom und gut mit den öffentlichen Verkehsmitteln zu erreichen.

Ostia ist eine antike Hafenstadt und war das Logistikzentrum des alten Roms.

Die Anlage ist sehr weitläufig und es gibt jede Menge zu entdecken. Es haben hier zur erfolgreichsten Zeit ca 100.000 Leute gewohnt. Der Hafen ist aber über die Jahre immer mehr verschlammt und so wurde  die Stadt nach und nach kleiner und schlussendlich verlassen. Die Ausgrabungen Ostia Anticazählen zu den am besten erhaltenden antiken Städten von ganz Italien. Es gibt ein Theater, viele Wohnhäuser, Thermen, Tempel und reichlich Mosaike zu sehen.

Wen also das Forum Romanum beeindruckt hat und wer noch mehr antike Ausgraben sehen möchte, der ist hier bestens aufgehoben.

Es gibt wirklich vieles zu entdecken, von unterirdischen, versteckten Kultstätten bis hin zu einer herrschaftlichen Villa in welcher auch eine Statue von Amor & Psyche gefunden wurde.

( Die Legende von Amor und Psyche:
Psyche war eine wunderschöne Königstochter, so schön dass selbst Venus eifersüchtig wurde und Ihrem Sohn Amor befahl er soll dafür Sorge tragen dass sich Psyche in einen hässlichen Mann verliebt. Natürlich verliebte Amor selbst sich in Psyche, nach Irrungen und Wirrungen und fast dem Tot von Psyche kamen die beiden aber dann doch noch zusammen und feierten Ihre Hochzeit zusammen mit allen Göttern.)

Reisedauer

Nachdem es in Rom so unglaublich viele Sehenswürdigkeiten gibt würde ich sagen dass man hier auch eine ganze Woche verbringen könnte. Um die Highlights stressfrei zu sehen würde ich 3-4 Tage als optimale Reisedauer empfehlen.

Anreise

Von den meisten deutschen Flughäfen gibt es Direktverbindungen nach Rom. Vom Flughafen sind wir mit einem vorher organisierten Transfer (Hin- und Rückfahrt ca. 75 Euro) direkt zum Hotel gebracht worden.

Hotel

Für unseren Trip hatten wir uns das Sofitel Villa Borgheseausgesucht. Das Hotel liegt sehr schön und ist ein guter Ausgangpunkt um Rom zu erkunden.

Am besten allerdings ist die Dachterrasse. Von hier aus hat man einen tollen Blick über Rom. Hier gibt es auch das Frühstück und einen wirklich tollen Sonnenuntergang (da war sie wieder meine Vorliebe). 

Führungen

Wir haben unsere Führungen über romamirabilia gebucht. Wir hatten eine Tour Forum Romanum mit Palatin, Vatikanische Museen mit Petersdom und Ostia Antica. Sehr nettes Team und überaus kompetente Guids, perfekt für alle die ein bisschen mehr als den Standard erfahren möchten.

https://www.romamirabilia.com/uber-uns/

Ciao for now mein liebes Rom.
Es gibt noch so viel zu entdecken, ich komme gerne wieder und lass mich verzaubern