Island – Einmal rund um Island

Island – Einmal rund um Island

24. September 2019 9 Von PMJAdmin

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Island – wie beschreibt man am besten etwas das mit wirklich nichts Anderem zu vergleichen ist? 

Island – einzigartige Insel im hohen Norden. Nirgdwo sonst hat man atemberaubende Wasserfälle, schwarze Strände, schwimmende Eisberge, natürliche Hot Pots, tiefe Schluchten, massive Berge, eisige Gletscher, heiße Quellen und rauchende Erdlöcher.

Iceland

Dieses Land muss man erleben, es hat so wahnsinnig viele verschiedene Seiten und wo hat man sonst schon das Gefühl am (schönsten) Ende der Welt zu sein?

Auf Island ticken die Uhren anders. Im Sommer wird es nicht richtig dunkel und in den Wintermonaten wird es fast nicht hell. Hier kann man nicht mal schnell was essen gehen oder in eine Bar (außer natürlich in Reykjavik). Auf der zweitgrößten Inselfläche Europas leben gerade mal 357.000 Einwohner, 129.000 davon leben in der Hauptstadt Reykjavik.

Island

Das Wetter ist so launisch wie sonst wohl nirgendwo. In einem Moment ist strahlender Sonnenschein und nur 5 Minuten später steht man im dichten Nebel und es erscheint einem nicht mal mehr als unwahrscheinlich, dass hinter dem nächsten Stein eine Fee oder eine Elfe oder zumindest ein Troll zum Vorschein kommt. Mit derartigen Geschöpfen wird man hier übrigens immer wieder konfrontiert.

Island Iceland Küste

Wir sind mit dem Wohnmobil einmal rund um diese wundervolle oder besser wundersame Insel gefahren.

Island Iceland Roadtrip

Erst war ich ein wenig abgeschreckt von den teilweise relativ langen Strecken, aber alleine schon die Landschaft ist jeden Meter wert.

TIPP:

Es gibt da ein paar Dinge, die Ihr direkt bei Eurer Ankunft am Flughafen erledigen solltet: Geld abheben (obwohl man wirklich zu 95% überall mit der Kreditkarte zahlen kann) und Alkohol kaufen. In Island gibt es keinen Alkohol in Supermärkten oder anderen Lebensmittelläden zu kaufen. Es gibt spezielle Läden (Vinbudin), diese werden vom Staat betrieben und die Preise des Alkohols sind sehr hoch. Wer also abends noch ein Schlückchen trinken will sollte sich hier eindecken.

Unser Wohnmobil haben über www.kria-tours.de gebucht. Von Kria-Tours habn wir auch noch viele wertvolle Hinweise und Tipps bekommen.

Am Flughafen wurden wir von dem örtlichen Vermieter abgeholt und mit unserem Zuhause für die nächsten 10 Tage vertraut gemacht. Nach einem ausgiebigen Einkauf im Supermarkt (sehr zu empfehlen, manchmal kommt man 1-2 Tage an keinem Lebensmittelladen vorbei) ging unser Abenteuer „Einmal rund um Island“ auch schon los.

Hveragerdi

Unser erster Stopp war das Städtchen Hveragerdi. Um richtig in Island anzukommen haben wir hier unsere erste kleine Wanderung gemacht. Auf den ersten paar Metern bzw. auf den ersten kurzen Blick recht unspektakulär. Kleine Hügel, Felsbrocken, ein Bach alles in allem sehr idyllisch.

Hveragerdi Wanderung

Bei genauerem Hinsehen war dann schon vieles nicht mehr so ganz normal,… aus vielen kleinen Löchern im Boden stieg Dampf auf, eigentlich kam aus sämtlichen Erdöffnungen Dampf. Bei dem schönen klaren fließenden Bergbach dachte ich an frisches kaltes Wasser und was war? Ich habe mir die Finger verbrannt, der Bach war ziemlich warm.

Hveragerdi Wanderung

Weiter oben in dem Bach konnte man sich auch rein setzten und das warme Wasser genießen. Spätestens jetzt hatte auch ich kapiert, dass hier alles irgendwie ganz anders ist.

Hveragerdi Island Wanderung
Vorischt heiß!

Geysir Strokkur

Nach unserer ersten Nacht in unserem Wohnmobil ging es weiter. Heute stand der „Golden Circle“ bzw. Teile davon auf unserem Programm. Wir machen uns auf zum Geothermalgebiet Haukadalur besser bekannt durch sein Naturphänomen dem Geysir Strokkur. Der Strokkur stößt zuverlässig alle 10-15 Minuten eine bis zu 35 Meter hohe Wasserfontäne in die Höhe. Übrigens heißt Strokkur übersetzt Butterfass, weil sich die Wasseroberfläche kurz vor dem Ausbruch wie ein Butterfass nach oben wölbt. Den ersten Ausbruch habe ich vom Auto aus gesehen und um ehrlich zu sein dachte ich eigentlich, dass ich mich verschaut habe. Es ist wirklich beeindruckend mit welcher Kraft das Wasser in die Höhe geschossen wird.

Geysir

Man kann ganz nah an die so harmlos aussehenden Pfütze ran gehen und beobachten wie sich das Wasser rausdrückt.

Wasserfrall Geysir
Sieht noch sehr harmlos aus

Man sollte versuchen diesen Ausflug gleich morgens oder später am Nachmittag zu machen ansonsten kann es passieren, dass der Andrang ziemlich groß ist. In der Nähe ist ein riesen Parkplatz und ein sehr großes Touri-Lokal.

Gysir Strokkur Island
…kurz vor dem Ausbruch

Gullfoss

Weiter ging es zu unserem ersten Wasserfall, dem Gullfoss, auf Deutsch goldener Wasserfall. Was soll ich sagen es ist wunderschön, das Wasser fällt in zwei im rechten Winkel zueinander stehenden Stufen etwa 32 Meter in die Tiefe. Egal wo man steht man bekommt von der Gischt immer ein wenig ab (dieses Mal ist das Wasser allerdings kalt).

Wasserfrall Gullfoss
Gullfoss

Dass es dieses wunderschöne Naturspektakel noch gibt ist Sigríður Tómasdóttir zu verdanken. Es gab ein Bauvorhaben, welches den Fluss Hvita zur Energiegewinnung stauen wollte, aber Dank der tapferen Isländerin, die drohte sich in die Fluten des Flusses zu stürzen wurde von dem Bauvorhaben Abstand genommen. Noch heute erinnert eine Gedenktafel an sie.

Wasserfrall Gullfoss
Gullfoss

…das ist Island!

Seljalandsfoss

Auf dem Weg zum Seljalandsfoss Wasserfall waren wir an dem wohl best gelegenen Champingplatz ever.

Seljalandsfoss Gljufurarfoss Island

Die Lage ist wirklich eindrucksvoll, auf er eine Seite Wasserfälle auf der anderen Seite der Blick auf die Westmännerinseln. Leider ist der Zustand der Duschen usw nicht gerade optimal aber wie schon gesagt die Lage ist wirklich perfekt.

Seljalandsfoss Gljufurarfoss Island

Der Seljalandsfoss ist nicht der höchste oder breiteste Wasserfall, auch ist er keiner bei dem man die Gewalt der Wassermengen spürt aber er ist ein ganz besonderer Wasserfall. Keinen der anderen Wasserfälle, kann man komplett umrunden und das Wasser von hinten beobachten.

Seljalandsfoss Gljufurarfoss Island
Hinter dem Wasserfall

Man kann hinter den Wasserfall gehen und durch die Wasserschleier auf das Land draußen blicken. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch in den späten Abendstunden, wenn die Farben am intensivsten sind.

Seljalandsfoss Gljufurarfoss Island
Seljalandsfoss

600 Meter neben dem Seljalandsfoss liegt ein wenig versteckt der Gljufurarfoss. Der Name bedeutet soviel wie Schluchtenbewohner, denn der 40 Meter hohe Wasserfall verbirgt sich teilweise in einer halboffenen Höhle. Von der Straße ist vom Wasserfall nur die Fallkante und der obere Teil zu sehn. Dann verschwindet er in einer kurzen Schlucht, die begehbar ist.

Seljalandsfoss Gljufurarfoss Island
Gljufurarfoss

Wer den Wasserfall in der Schlucht besuchen will, der sollte sich möglichst wasserfest anziehen, gefühlt kommt das Wasser von allen Seiten.

Seljalandsfoss Gljufurarfoss Island

Dyrholaey – Kirkjufjara Strand

Unsere Reise ging nun weiter Richtung Vik. Ihr solltet unbedingt bei der Abzweigung Dyrholaey bzw. Kirkjufjara Beach von der Ringstraße runter fahren.

Kikjufjara Strand Island Dyrholaey
Kirkjufjara Strand

Ihr werdet Euch vorkommen wie in einem schwarzweiß Film. Schwarzer Sand, graue Felsen und weiße Wolken. Es gibt überall Parkplätze und Ihr könnt auf die Felsen Klettern und die tolle Aussicht genießen.

Kikjufjara Strand Island Dyrholaey

Auch wieder eine Seite von Island die es so wohl nirgendwo anders zu sehen gibt.

Kikjufjara Strand Island Dyrholaey
Dyrholaey Bogen

Vik

Vík ist mit etwa 300 Einwohnern, einer der größten Orte an der Südküste Islands.

Vík ist für sein mildes Klima bekannt und die umliegenden Berge bieten einen Windschutz für die Ortschaft. Eine große Kolonie der Küstenseeschwalbe befindet sich im Ort Richtung Hafen, man sollte die Schilder „Achtung Brutgebiet“auf jeden Fall ernst nehmen, man wir sonst schnell mal angegriffen.

In Vik gibt es alles was man braucht, Tankstelle, Supermarkt, etc. wir haben unsere Vorräte im Supermarkt wieder aufgefüllt.

Nun war es an der Zeit, uns auf den Weg Richtung Jökulsalon zu machen, dem großen Gletschersee. Die Landschaft veränderte sich zunehmend. Das grün wurde weniger und schon bald waren wir in einer Art Mondlanschaft aus erkaltetem Lava.  Irgendwann tauchte dann das riesige Gletscherfeld des  Vatnajökull vor uns auf. Wieder ist die Landschaft ganz anders als vorher, dieses Mal mit Eis.

Gletschersee Jökulsalon

Der erste Anblick des Gletschersees Jökulsalon ist überwältigend. Schon von der Straße aus sieht man die Eisberge in sämtlichen Größen und Formen vorbeitreiben.

Unser erster Stop war der etwas kleinere Gletschersee, der Fjallsarlon. Diesen See hatten wir dann auch komplett für uns alleine. Es war Stille und man hörte nur hin und wieder das knacken von Eis. Ein wirklich unvergessliches Erlebnis.

Später am Jökulsalon spazierten wir am Ufer entlang und machten danach eine Fahrt auf dem See in einem Amphibienfahrzeug. Ein unvergessliches Erlebnis, mit diesen Fahrzeugen vom Land aus ins Wasser und über den See zu fahren. Während der Fahrt erfuhr man so einiges Wissenswertes über den Gletscher und den See.

Die „gekalbten“ Eisberge haben eine Höhe über dem Wasser von bis zu 15 Meter, wenn man sich jetzt mal vorstellt, dass nur ca. 1/8 des Eisbergs über Wasser zu sehen ist kann man sich vorstellen, wie riesig diese Eiskolosse sind. Die Eisberge auf dem See haben ein Alter von bis zu 1.000 Jahren und schwimmen teilweise bis zu 4 Jahre in dem See. Oft sehen die Eisberge schmutzig aus bzw. sind innen von schwarzen Schichten unterbrochen.

Diese Schicht ist die Asche von längst vergangenen Vulkanausbrüchen. Sind die Eisberge bis zu einer gewissen Größe geschmolzen, dann treiben sie auf den kleinen Fluss welcher mit dem Meer verbunden ist hinaus ins offene Meer. Diesem Zufluss ist es auch zu verdanken, dass der See nie zu gefriert.

…außer man heiß James Bond! Für den Film „Stirb an einem anderen Tag“ wurde nämlich der Meerzugang kurzfristig zugebaut und der See ist in nur wenigen Tagen so gefroren, dass er sogar mit Autos befahren werden konnte. Verrückt!

Höfn

Nach diesem wirklich beeindruckenden Aufenthalt im ewigen Eis war unser nächster Halt Höfn. Hier ist man wieder richtig in der Zivilisation angekommen und in dem netten Städtchen gibt es einen Supermarkt, eine Tankstelle und hübsche Kaffees. 

Nachdem das Wetter nicht so mitgespielt hat wie wir es uns vorgestellt hatten und wir auf der Landkarte eine „Abkürzung“ entdeckt hatten haben wir entschlossen uns gleich auf den langen Weg in die Region Myvatn zu machen.

Ein guter Ratschlag von mir, nicht alles was auf der Landkarte kürzer aussieht muss nicht unbedingt der schnellste Weg sein.

Es gibt auf Island nicht viele Straßen und von diesen wenigen Straße sind auch noch einige für Wohnmobile oder Autos ohne Allradantrieb gesperrt. Man sollte sich vorher genau ansehen, welche Straßen geeignet bzw. vom Wohnmobil-bzw. Autovermieter freigegeben sind und welche nicht.

Bis heute ist mir unbegreiflich, wie wir auf diese Straße gekommen sind. Es ist alles gut gegangen aber ich weiß jetzt, warum man für gewisse Strecken besser Allradantrieb haben sollte 🙂

Landschaftlich war die Gegend sehr abwechslungsreich und wunderschön, inkl. einer Herde Rentiere.

Myvatn

Die Region Myvatn ist wunderschön. Der Myvatnsee liegt eingebettet in grünen Hügeln. Übersetzt heißt Myvatnsee Mückensee und wer jemals dort war wird nicht mehr fragen wieso das so ist. Die Mücken sind hier in Scharen unterwegs und bilden am Straßenrand richtige Säulen. Glücklicherweise sind es keine Stechmücken, unangenehm ist es aber trotzdem etwas.

Rund um den See der im Nordosten des Landes liegt gibt es einige Sehenswürdigkeiten und eine wirklich tolle und abwechslungsreiche Landschaft aus Vulkanen, Lavaformationen, heißen Quellen und blubbernden Schlammpfützen.

Mývatn Naturbad

Das Myvatn Natural Baths würde ich als die kleine Schwester der blauen Lagune bezeichnen. Hier sind wesentlich weniger Menschen als in der blauen Lagune und der Eintritt kostet auch nur etwa die Hälfte. Es ist eine kleine, milchig blaue Lagune. Das Bad ist eingebettet in die Natur und hat eine herrliche blau-türkise Farbe.

Das Wasser kommt aus einen Bohrloch in der Nähe, da hat es aber stolze 130 Grad und wird dann bis zum Bad runter gekühlt.

Hier in dem mollig warmen Wasser zu liegen und in die Landschaft zu blicken ist unbezahlbar (trotz des Geruchs nach Schwefel).

Wenn Ihr hier in der Nähe seit unbedingt rein in die Badesachen und ab in die Fluten.

Grjotagjs Höhle

Das Gebiet Myvatn liegt auf der Grenze der amerikanischen und der europäischen Kontinentalplatte und ist auch heute noch geothermisch aktiv.

Die Badegrotten Grjotagja und Storagja können aufgrund der zu hohen Wassertemperaturen leider nicht mehr zum baden genutzt werden.

Sehr groß sind die Höhlen zwar nicht, aber das Zusammenspiel des blauen Wassers mit der Umgebung der Höhle, welche sich im ruhigen Wasser spiegelt, ist sehr schön anzusehen. Leider wird vom betreten der Grotten inzwischen aufgrund von Steinschlaggefahr abgeraten.

Krafla / Namafjall

Krafla – das ist der Zentralvulkan dieser Region. Vulkan ist hier ein wenig untertrieben, um genau zu sein handelt es sich um ein ganzes Vulkansystem. Oben auf den Vulkan kann man hinunter blicken in die Kafla Caldera. Die Caldera (kesselförmige Struktur des Vulkans) hat einen Durchmesser von ca. 10 km und entstand vor ca. 100.000 Jahren.

Kafla Caldera

Krafla ist somit das heiße und aktive Herz der Mývatn-Region im Norden Islands.

Gleich in der Nähe des Vulkans gibt es ein mehr als merkwürdiges Gebiet. Es blubbert, es raucht und es stinkt nach Schwefel.

Das Hochtemperaturgebiet Hverarönd, welches man auch als einen einzigen „Hexenkessel“ bezeichnet.

Lebewesen gibt es hier abgesehen von ein paar Bakterien nicht. Lebewesen können bei der hohen Bodentemperatur und den toxischen Gasen nicht überleben. Auch ich möchte hier nicht lange leben, der Geruch ist abartig und es ist heiß. Man sollte definitiv auf den Holzstegen bleiben, den Gummisohlen der Schuhe ist der Boden nämlich auch zu heiß. Beeindruckend ist dieses ganze Geblubber und Gerauche aber irgendwie schon.

Husavik

Wie ich ja schon erwähnt habe, Island ist wirklich abwechslungsreich.

Unsere nächste Station war Husavik. Wie so ziemlich alle die hier her kommen wollten wir eine Whale Watching Tour machen. Als wir am Morgen aufgewacht sind, hat es geregnet ohne Ende und es war windig und eiskalt. Also ein perfekter Tag um ihn auf See zu verbringen. Eigentlich dachte ich ja die Tour wird abgesagt, aber nein, Wind und Regen sind in Island kein Grund um irgendetwas abzusagen.

Husavik ist ein nettes kleines Dörfchen mit einem tollen Hafen. Hier ist alles auf Whale Watching ausgerichtet.

Die Skjälfandi Bucht bietet für Wale perfekte Bedingungen. Touren die von Husavik aus gehen haben eine Erfolgsquote von 98%.

Bevor wir an Bord gehen bekommen wir noch unsere „Ausrüstung“. Es war eine Art wasserfester Schlafsack mit Armen und Beinen. Die Fahrt war, wahrscheinlich auch wegen des Wetters, ein riesen Abenteuer (und gar nicht kalt).

Wir sind im Regen auf hohen Wellen auf Meer raus gefahren und es war einfach beeindruckend. Fast hatte ich schon vergessen, weswegen wir eigentlich raus gefahren sind aber da ertönte es auch schon übers ganze Schiff „Whale at two o´clock“. Die Tiere sind wirklich der Hammer und so gigantisch groß.

Wir hatten wirklich viele Wale, inkl. Baby Wale. Nach einer gefühlten halben Stunde, die aber in Wirklichkeit 3 Stunden waren, ging es wieder zurück. Auf dem Rückweg gab es zum Aufwärmen Kakao und Zimtschnecken, herrlich!

Egal wie das Wetter ist oder was es sonst noch für Ausreden geben mag, wenn Ihr in Island seit dann ist eine Whale Watching Tour quasi Pflicht.

Als Alternative zu Husavik starten auch viel Walbeobachtungstouren ab Eyjafjördur. Die Bucht ist etwas kleiner und geschützter, dadurch hat man dort kaum Seegang.

Akranes

Unsere letzte längere Etappe lag vor uns und sollte uns zurück Richtung Reykjavik führen.

Auf dieser fahrt wurde es immer grüner. Es war wunderschön durch die Gegend zu fahren.

Solltet Ihr Euch übrigens wundern, warum eine gerade Straße auf einer weiten Fläche auf einmal einen Kurve macht, dann ist die Erklärung ganz einfach: Die Straße geht um die Wohnstätte einer Elfe herum. Richtig gelesen, in Island gibt es einen Elfenbeauftragten und beim Bau von Straßen oder Häusern wird erst mal geschaut ob hinter oder unter einem Stein eine Elfe wohnt. Wenn dem so ist, dann wird einfach drum herum gebaut. Die Menschen hier leben im Einklang mit den Elfen.

…irgendwie ein schöner Gedanke. Unglaublich, aber wahr: Mehr als die Hälfte der isländischen Bevölkerung glaubt an Elfen, immerhin neunzig Prozent hält deren Existenz für möglich.

Akranes ist ein kleiner Ort ca. 50 km von Reykjavik entfernt. Hier gibt es einen tollen Strand und unser Wohnmobil stand genau Richtung Meer.

Thingvellir

Der Thingvellir Nationalpark ist genau an der Grenze der eurasischen und der amerikanischen Erdplatte. Im Jahr driften die Platten etwa einen cm auseinander.

Eine einmalige Chance mit einem Bein in Amerika und dem anderen in Europa zu stehen.

Für die Isländer ist dies ein sehr wichtiger Ort. Hier wurde das erste Parlament der Welt gegründet. Außerdem einigte man sich auf einen einzigartigen Kompromiss, wodurch das Christentum zur offiziellen Religion Islands wurde. Den Heiden war es weiterhin erlaubt, die nordischen Götter im Privaten zu verehren, dies vermied einen potentiellen gewaltsamen Bürgerkonflikt.

Definitiv ein Ort an dem man die Geschichte spüren und die Bewegung der Erde sehen kann.

Reykjavik

In Reykjavik verbrachten wir nur einen halben Tag. Reykjavik ist eine wirklich tolle Stadt. Hier kann man definitiv mehr Zeit verbringen. 

Ist man nur hier in der Stadt kann man sich kaum vorstellen, welche Naturwunder einen in nächster Umgebung erwarten.

In Reykjavik gibt es Restaurants, Bars und eine wundervolle Einkaufsstraße mit vielen kleinen Läden.

Reykjavik ist eine gemütliche heimelige „Hauptstadt“.

TIPP:

Nicht verpassen Euch einen echten Islandpulli (Lopapeysa) zu kaufen. Kauft diesen auf keinen Fall in einen der vielen Souvenirshops, das ist zu einem Großteil China-Ramsch. Es gibt spezielle Handwerksläden (z.B. Handknitting Association an der Skolavördustigur in Reykjavik oder bei Dingborg direkt an der Ringstraße ca 5 km östlich von Selfoss). In der Hauteinkaufstraße gibt es auch ganzjährig einen Weihnachtsladen mit einem Briefkasten, in den man seine Wünsche loswerden kann. Einen Versuch ist es allemal wert.

Blaue Lagune

Vor unserem Heimflug haben wir uns kurzfristig dazu entschieden, die blaue Lagune zu besuchen. Dies bietet sich an, da die blaue Lagune nicht weit vom Flughafen entfernt ist. 

Blaue Lagune

Die blaue Lagune ist sehr touristisch und es sind wirklich viele Leute dort, aber es ist wirklich toll dort.

Die Becken sind riesen groß, die Leute verteilen sich gut und es ist traumhaft zum Abschluss im warmen Wasser zu liegen und die Landschaft zu genießen.

Außerdem gibt es ewig verjüngenden Schlamm 🙂

…man kann es ja mal verscuhen…

Wenn noch Zeit ist und Ihr auch einen sehr späten Rückflug habt, dann gönnt Euch die blaue Lagune auf jeden Fall.

Essen

Island ist eines der wenigen Länder in denen ich die Nationalgericht NICHT probiert habe. Leider wollte ich weder einen kompletten Schafkopf (Svio) noch einen wochenlang vergrabenen bzw. vergammelten Hai (Hakarl). 

Sollte jemand von euch hier Erfahrungen machen, dann bitte meldet Euch bei mir.

…für mich

…war Island eine einzige Überraschung. Es war nicht einer der Urlaub, die ich unbedingt machen wollte. Eigentlich hat mich das Land vor Ort einfach umgehauen und ich entdecke mich immer öfter dabei dass ich immer wieder von dieser wundersamen Insel erzähle.

Kleiner Gletschersee

Wenn man, wie wir, die Ringstraße einmal um Island fahren will dann ist meiner Meinung nach ein Wohnmobil die beste Wahl. Es gibt nämlich wirklich oft sehr lange keine Städte, Dörfer oder Hotels. Außerdem gibt es so viele tolle Plätze an denen man einfach anhalten kann, zum Übernachten gibt es wirklich ausreichend Champingplätze.

Beruhigend ist auch, dass es in Island quasi null Kriminalität gibt, die isländische Polizei (die nicht immer so viel zu tun haben) haben einen sehr witzigen Instagram Account: https://www.instagram.com/logreglan/

Im Nachhinein kann ich kaum glauben, dass wir nur 10 Tage unterwegs waren und dass mir das Wetter eigentlich völlig egal war.

Island ist einzigartig, mysteriös, romantisch und eben etwas ganz anderes oder besser gesagt Besonderes.