Florida – Das Beste im Westen

Florida – Das Beste im Westen

28. Februar 2020 6 Von PMJAdmin

Denkt man an Florida, denkt man an Miami, Palm Beach, Orlando, vielleicht noch an die Everglades aber man denkt mit Sicherheit nicht als Erstes an die tolle Golfküste im Westen Floridas. Man denkt wahrscheinlich auch nicht gleich an Sarasota oder Haifischzähne. Sollte man aber! 

Sonnenuntergang in Venice

Die Westküste von Florida ist gefühlt nicht so bekannt wie der Rest von Florida bzw. gibt es hier nicht so viele Touristenhotspots. Das waren doch schon mal gute Voraussetzungen, um sich auf den Weg zu machen und zu erkunden, was es zwischen Tampa und Key West so alles zu entdecken gibt.

Venice – Hauptstadt der Haifischzähne

Von Tampa bis Key West ziehen sich vor der Küste die Floridas Keys entlang. Diese kleinen Inseln mit herrlichen weißen Sandstränden sind ein Paradies für jeden Strandliebhaber.

Venice ist für amerikanische Verhältnisse ein kleines Städtchen zwischen Sarasota und Fort Myers. Hier gibt es neben einem ewig langen, einsamen Sandstrand und auch noch etwas ganz besonderes. Venice wird als „Shark Tooth Capital of the World” bezeichnet. Und es ist wahr! Egal ob „Venice Beach“ oder „Manasota Beach“ man findet hier im Sand Haifischzähne.

Da es sich um fossile Haifischzähne handelt sind die Zähne nicht weiß sondern schwarz, grau oder braun. Die Zähne können mehrere Millionen Jahre alt sein. Man muss genau hinsehen und mit ein wenig Geduld findet man im weißen Sand diese Zähne in vielen Größen und Formen. 

Manasotabeach
Haifischzähne

Zwischen dem Festland und den Keys ist ein Art geschützter Kanal. Hier kann man super mit dem Jetski fahren (auch für Ungeübte geeignet) und bis raus auf den offenen Golf von Mexico. Auch ich habe mich auf einen Jetski gewagt und war fast nicht mehr davon runter zu bekommen.

Die abwechslungsreichen Ufer, die vielen kleinen menschenleeren Strandabschnitte und nicht zu vergessen die ganzen Pelikane.

Pelikan Florida
Pelikane

Hier kann man diese tollen Tiere mal von ganz nahmen beobachten. Aber nicht nur Pelikane kommt man hier ganz nah sondern auch Delfinen. Ganz nah an und um und unter meinem Jetski kamen Delfine angeschwommen. Im ersten Moment dachte ich, ohje eine Flosse, aber dann habe ich schnell meinen Jetski ausgeschalten und die Delfine beobachtet. Wahnsinn, ein ganz tolles Erlebnis.

Manasota Beach
Delfine beim Jetskifahren

Venice Fishing Pier

Wahrscheinlich ist es schon aufgefallen, dass ich mir kaum einen Sonnenuntergang entgehen lasse und schon gar nicht einen Sonnuntergang auf einem Pier. Einen ganz tollen Pier gibt es auch in Venice, den Venice Fishing Pier. Hier kann man entlang schlendern und die Beute der Fischer begutachten, einfach nur aufs Meer schauen oder eben einen traumhaften Sonnenuntergang erleben. Es war einfach der Wahnsinn.

Venice pier
❤️❤️❤️

Am Strand befindet sich ein großes Strandrestaurant. Hier kann man sich nach dem Sonnenuntergang noch gut einen Cocktail oder ein leckeres Abendessen schmecken lassen.

Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung, wie mir diese paradiesischen Strände bisher entgehen konnten. Mal ehrlich, wo hat man sonst noch einen weißen Sandstrand komplett ohne Menschen….

…und dann diese Sonnenuntergänge…

Sarasota

Sarasota stand jetzt nicht gerade an erster Stelle meiner „Must see“-Orte. Vielleicht war es, weil ich so wenige Erwartungen an Sarasota hatte aber ich fand die Stadt richtig toll. Sarasota liegt knapp 80 Kilometer südlich von Tampa direkt an der Golfküste.

Kiss Kiss Kiss

Sarasota hat denn quasi perfekten Hausstrand. Der Siesta Beach ist wirklich ein Traum von einem Strand. Aber in Sarasota gibt es noch viel mehr als den quasi perfekten Strand.

Die Ringlings – Zirkus, roaring twenties & große Künstler

Der Name Ringling sagte mir nicht viel, bis ich dem Anwesen von John Ringling (1866–1936) in Sarasota einen Besuch abstattete.

John Ringling war zusammen mit seinen vier Brüdern der Gründer des Zirkusimperiums Ringling Bros. Im frühen 20. Jahrhundert war der Zirkus noch eine Sensation und das haben sich die Ringling Brüder zunutze gemacht. Sie haben insgesamt über 1.300 Artisten und Arbeiter beschäftigt, darunter Feuerschlucker, Dompteure, Schlangenbeschwörer und Seiltänzer. Sie waren der erste Zirkus, der eine Kanone hatte aus der mit lebendigen Menschen geschossen wurde. Natürlich gab es auch jede Menge Tiere, der Zirkus hatte einen eigenen Zoo mit über 800 Tieren – was auch immer man heute davon halten mag.

Zirkus Sarasota

„The Circus is the only spectacle I know that, while you watch it, it gives the quality of a happy dream“ – Ernest Hemmingway

Die Ringlings waren sehr kreativ und um mit Ihrer Show „The greatest Show on Earth“  den gesamten Kontinent bespassen zu können, erwarben sie ihren eigenen Zug (mit insgesamt 57 Wägen!!!). Egal wo sie Station machten, sie hatten immer ihre mobile Stadt dabei. 

Zirkus

Das heutige Zirkusmuseum auf dem Anwesen ist ein echtes Highlight und bietet Einblicke in den Alltag der Akrobaten und Schausteller. Alte mit Schnitzereien verzierte Tierwagen, Drehorgeln, aufwändige und unglaublich schöne Kostüme der Akrobaten und auch der Tiere sowie alte Zirkusplakate. Sehr beeindruckend ist ein riesengroßes Modell der Zirkusstadt. Hier werden einem die Dimensionen dieser riesigen Zirkuswelt erst so richtig bewusst.

Zirkus Ringling

Mit ihrem damals unvergleichbaren Konzept, harter Arbeit und jeder Menge kreativer Ideen sind sie steinreich geworden.

Genießen konnte das nur John Ringling, der 1927 als letzter Überlebender des Clans seinen Ruhesitz nach Sarasota verlegte.

Das Museum steht auf dem Grund, auf dem der Ringling Bros Zirkus in den 20er und 30er Jahren sein Winterquartier aufgeschlagen hatte.

Ca‘ d’Zan – ein venezianischer Palast

Neben dem Zirkusmuseum befindet sich auf dem Anwesen auch das ehemalige Wohnhaus von John und Marble Ringling. Wobei Wohnhaus etwas untertrieben ist. Da John und Mable Italien und insbesondere Venedig liebten, ist das Haus ein Palazzo im venezianischen Stil, das „Ca‘ d‘Zan“ (Haus des John).

Das Haus liegt direkt am Wasser in der Bucht von Sarasota und kann besichtigt werden. Es ist hier in diesem Haus mit seinen 56 Zimmern, dem Garten und der wunderschönen Terrasse als wäre die Zeit stehen geblieben. Man kann sich richtig vorstellen, wie es war als die Ringlings damals eine ihrer großen Partys gaben und sich Künstler, Politiker und Prominente die Klinke in die Hand gaben.

Ringling

Marble und John hatten keine Kinder, die Gräber der beiden befinden sich im „Secret Garden“ auf dem Gelände.

Kunstmuseum

Wer jetzt meint, dass das alles war, was es hier zu sehen gibt, der irrt sich. John und Marble Ringling haben Kunst gesammelt. Erst auf Ihren ganzen Reisen und dann als sie sesshaft wurden noch viel mehr. Die Sammlung von über 10.000 Objekten aus dem 16. – 20. Jahrhundert ist in einer imposanten Residenz zu bewundern. Hier sind Kunstwerke von Rubens, Michelangelo, El Greco zu sehen sowie sehr viel barocke europäische Kunst. Alleine die Räumlichkeiten und der in der Mitte angelegte Garten mit den vielen Skulpturen sind mehr als beeindruckend.

Man sollte sich für das Ringling Imperium  mit dem Zirkusmuseum, dem Kunstmuseum und das Traumhaus in der Bucht definitiv ein wenig Zeit nehmen. Hier treffen Zirkusgeschichte, die roaring Twenties, Art deco und alte europäische Meister aufeinander.
https://www.ringling.org/

Marie Selby Botanical Garden

Mitten in Sarasota befindet sich eine Oase, der Marie Shelbys Botanical Garden.  Marie und ihr Mann William haben sich Anfang des 19. Jahrhundert in Sarasota niedergelassen. Sie stammen aus einer reichen Ölfamilie und Maries ganz große Leidenschaft war ihr Garten. In dem Botanischen Garten kann man über 6.000 verschiedene Orchideen bestaunen. Marie selbst verbrachte viel Zeit bei ihren Rosen. Man kann das Wohnhaus der Selbys besichtigen, hier gibt es auch ein sehr süßes Retro-Cafe.

Marie tat ihr Bestes, nicht nur ihren eigenen Garten, sondern auch Sarasota zu einem blühenden Paradies zu machen. Die Familie investierte in die Natur, genauso wie in Kultur und Bildung.

Seit 1975, vier Jahre nach Maries Tod, ist der Marie Selby Botanical Garden der Öffentlichkeit zugänglich.

Sarasota

Es ist wunderschön hier durch den Garten zu flanieren und über die Vielseitigkeit der Blumen und Pflanzen zu staunen.

Key West – Ein absolut bezaubernder aber total verrückter Ort

Ich würde mal behaupten, man kann Key West locker als Floridas Insel der Schriftsteller, Künstler, Partywütigen und totalen Freaks bezeichnen.

Wer nicht die lange Strecke mit dem Auto über die Florida Keys und die Seven Miles Bridge nehmen möchte, der hat auch die Möglichkeit ab Fort Myers mit dem Key West Express Catamaran zu fahren. Die Fahrt dauert ca. 4 Stunden, man kann sich zurücklegen, einen Drink an der Bar holen und die Fahrt genießen.
https://www.keywestexpress.net/

Wenn man das vor hat sollte man sich im Vorfeld mal umsehen, denn manchmal gibt es Gutscheine oder Vergünstigungen. Der Normalpreis eines Roundtrips liegt bei ca. 150 USD pro Person, also nicht wirklich günstig. Allerdings ist die Überfahrt sehr schön und auf dem Heimweg fährt man direkt in die untergehende Sonne.

Crazy City-Crazy Chicken

Key West ist die größte Stadt und der südlichste Punkt der Florida Keys. Hier ist irgendwie alles anders, langsamer und gechillter.

Läuft man mal ein wenig abseits des Trubels der Duval Street in eine Straße hinein scheint es fast als wäre die Zeit stehen geblieben. Rechts und links werden die Straßen von wunderschönen pastellfarbenen Holzhäusern geziert, fast weiß man nicht ob man nun in Disneyland oder in einer wirklichen Stadt ist. Überall diese wundervollen Häuser mit den Palmen und den tollen bunten Blumen davor und nicht zu vergessen die Hähne, man findet die Hähne überall auf Key West.

Früher gab es auf den Keys viele Hahnenkämpfe, angeblich war auch Hemingway ein großer Fan davon. Als die Kämpfe verboten wurden, wuchs die Anzahl der freilebenden Hühner und Hähne. Das strenge Vogelschutzgesetzt auf Key West stellt neben vielen anderen Vögeln auch die Hühner unter Schutz. 

Es ist verboten, Eier die man findet aufzuheben und mitzunehmen. Alles was man auf Key West an Hühnerfleisch oder Eiergerichte bekommt wird auf die Insel importiert. Crazy Chicken –Crazy Key West.

Key West polarisiert definitiv. Entweder man liebt Key West und kommt immer wieder zurück oder man ist froh wenn man nach einem Tagesausflug wieder weg kommt

Auf Key West habe ich es genossen mich einfach nur zu Fuß durch die bunten Straßenzüge treiben zu lassen. Entweder mit festem Ziel vor Augen oder total planlos und einfach draus los laufen.

Auf den Spuren von Ernest Hemingway

Eines der Highlights und wohl auch zugleich das bekannteste der wunderschönen alten Holzhäuser ist vermutlich das Haus des Schriftstellers Ernest Hemingway.

Ernest Hemingway lebte von 1931-1940 in Key West, sein Haus, seinen Garten und auch die Nachkommen seiner Katzen (achtet mal auf die Pfoten, die Katzen haben tatsächlich 6 Zehen) können besichtigt werden. Angeblich hat Hemingway das Haus damals für nur 8.000 Dollar gekauft, ein Schnäppchen. Heute müsste man wohl mindestens zwei Nullen dran hängen, wenn das überhaupt noch reicht.

Hemingway

Angeblich wurde Hemingway hier in Key West zu seinem Werk „Der alte Mann und das Meer“ inspiriert, für welches er dann auch den Nobelpreis der Literatur erhielt. Übrigens gibt es in der Duval Street auch noch Hemingways Lieblingskneipe das Sloopy Joe’s Bar. Allerdings war die Sloopy Joes Bar zu Hemingways Zeiten ein paar Häuser westlich im heutigen „Captain Tony’s Saloon“.

Key West Lighthouse

Genau gegenüber vom Hemingway Haus ist das Key West Lighthouse – der Leuchtturm von Key West.

Der Leuchtturm wurde 1847 erbaut und wer oben die Aussicht genießen möchte muss sich im Turm die etwa 88 Treppenstufen hinauf „quälen“. Oben wird man dann aber von einem phantastischen Rundumblick belohnt. Man hat einen tollen Ausblick auf Key West und auch auf den Hafen in welchem riesige Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen.

Daneben ist das Lighthouse Museum, in welchem man sehen kann, wie der Lighthouse-Keeper damals gewohnt hat.

Southernmost Point

Wer auf Key West ist sollte natürlich auch unbedingt die am meisten fotografierte Boje der Welt besuchen: Southernmost Point

Southernmost

Jeder hat die bunte Boje, welche den südlichsten Punkt der kontinentalen Vereinigten Staaten markiert schon mal auf einem Bild gesehen. Es ist also nicht verwunderlich, dass man sich hier in einer Menschenschlange anstellen muss um das obligatorische Foto zu machen. Von hier aus sind es nur noch 90 Meilen bis nach Kuba.

Verrückt, verrückter, Duval Street

Läuft man durch Key West kommt man früher oder später immer an der Duval Street raus. Die Duval Street ist die bekannteste Straße in Key West und es gibt jede Menge Restaurants, Bars mit einladenden Veranden, Souvenirläden und ganz viele Touristen.

Key west

Es gibt hier unglaublich verrückte Läden und wenn setzt man sich mal in eine Bar oder ein restaurant dann ist es wirklich spannend das Treiben auf der Straße zu beobachten.

In den Seiten- oder Parallelstraßen geht es ein wenig ruhiger zu aber einmal die Straße rauf oder runter schlendern ist eigentlich Pflicht.

Duval street

Nach einem wirklich wunderschönen und vielseitigen Tag auf Key West ging es mit dem Key West Express Richtung Sonnenuntergang zurück an Fort Myers.

Was soll ich sagen, für mich als Sunset-Fan war es ein Traum.

Sooooo schön,….

Obwohl ich den Westen Floridas nie wirklich auf dem Schirm hatte muss ich sagen, dass ich begeistert war. Von den Städten und aber vor allem von den wunderschönen Stränden (und den Haifischzähnen). Es gibt jede Menge zu sehen und noch sind relativ wenige Touristen unterwegs (ok bis auf Key West).

Für uns ging es nun durch die Everglades weiter nach Miami von wo aus wir unsere Kreuzfahrt in die Karibik starteten. Wenn Ihr mehr zu den Bahamas, Cayman Islands, jamaica und Cozumel wissen möchtet oder tolle Bilder von Sonnenuntergängen ansehen möchtet, dann bitte hier entlang: https://petrasmagicaljourneys.de/karibikkreuzfahrt/

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